English


Italiano

Historische Anmerkungen über das Gebiet
von Ignazio Lecca


Sardu

russia-flag.gif (919 byte)
Russian

Diese kurze historische Anmerkungen über die Geschichte des Gebietes von Poggio dei Pini sind ein grundlegendes Teil der Mikrogeschichte von Capoterra, das "nahe und entfernte" Dorf, wie es von Emanuele Atzori treffend definiert wurde, ein begeisterter Berichterstatter seines Dorfes.

Pasquale Cugia läßt im "Neuer Reiseführer der Insel Sardinien" Band II - 1892 die Herkunft des jetzigen Dorfes, ehemalige Villa di Sant'Efisio di Caputerra, auf Girolamo d'Aragal, oder Baron Girolamo Torrellas von Aragal und Cervellion zurückstammen, der 1655 "in diesem Orte des nördlichen Sardinien verschiedene Leute unterbringen ließ, die aus den eigenen Dörfern wegen den Feindseligkeiten und den verheerenden Rachen auswandern mußten. Es existierte aber schon vorher und wahrscheinlich lag es, wie P. Aleo versichert, näher am Meeresrande, als es heute liegt".


Ausblick auf Poggio dei Pini und Capoterra vom Berg S.Barbara

Heutzutage erscheint unter den dürftigen Nachrichten, über die Cugia berichtet hat, diejenige merkwürdige, in der es um die ökonomischen Mittel von Capoterra geht, "darum sind ihre Produkte vielseitig, verschweige die vielen Blutegel, die da gesammelt und verkauft werden".
Ein anderer Zitat von Cugia betrifft eher die Gegend von Poggio dei Pini: "an der östlichen Seite des Gebirges in der Bucht von Cagliari, befinden sich die Gebäude in sehr gesunder Lage. Die nahe gelegenen Weiler, die ihren Namen von den Landkirchen von S.Girolamo und Santa Barbara haben, sind Urlaubsorte für die Einwohner von Cagliari, die dort Häuser und Gärten besitzen; es soll in der zweiten der genannten Kirchen eine Statue von Vela geben".
Im Altertum nannte man "Caputerra" die weite Gegend, die nach dem Teich von S.Gilla beginnt, und die sich bis Capo Pula ausbreitet. Dieser Erdebogen ist von der Gebirgskette umringt, die aus Arcosu, Is Caravius, Santa Barbara und Is Cannoneris besteht.


Das Gebiet des Sulcis und von Capoterra

Das Gebiet wurde schon im Altertum von Menschen besucht. Am westlichen Ende der Lagune von Santa Gilla wird an "Cuccuru Ibba" erinnert, in der die Reste eines nuraghe Gebäudes zu erkennen waren. Ein nuraghe wurde 1982 beim Ort Faneuas entdeckt, in der Hügelkette nord-westlich von Capoterra. An andere nuraghe wird in verschiedenen Flächen des Gebietes erinnert. Funde, die in anderen Gegenden ausfindig gemacht wurden, beweisen die Existenz von Einsiedlungen aus der punischen und römischen Epoche. Eine interessante Gegebenheit betrifft das jetzige Einwohnbezirk von Capoterra, wo noch 1844 die Reste eines verfallenen nuraghe existierten, und zwar im Ort, in dem heute die Kreuzung zwischen Corso Gramsci und Via Diaz steht.
Für Poggio dei Pini ist die Nachricht besonders interessant, die V. Angius im geographisch historischen und geschäftlichen Wörterbuch der Staaten von S.M. der König von Sardinien eingetragen hat: "Nicht weit entfernt von der Cioffa, bei der Zweigung nach Capoterra und nach S. Barbara soll eine Glaswerkstatt gewesen sein". Die Einsiedlungsfläche des gesagten Brennofen zur Herstellung von Glas müßte wahrscheinlich mit der Ortschaft Sa Birdiera im Bezirk von Poggio identifizierbar sein. Falls es so sei, hätte in diesem Ort einer der drei Brennöfen für das Glas sein sollen, die in Sardinien in der Römerzeit existierten.
Römische Münzen, Knochenreste und Tonfragmente wurden zufällig 1976 von den Männern der Brandwache auf dem Gipfel des Berges Santa Barbara gefunden. Der Fund bestätigt die römische Anwesenheit in diesem Gebiet. Beim Hang von Gutturu Mannu ist ein Ortsname bescheinigt, Bidda Mores, der sich auf eine weite frühzeitige Ansiedlung bezieht, die von einem Mauerwerk umringt wird. Seinerseits erinnert Procopio im "De bello vandalico" an die Entführung der Maurer (libische Völker) vonseiten der Vandalen in Sardinien. Ob das die Ureltern der Maureddus des Sulcis sind?
Den Vandalen folgte die bizantinische Herrschaft. In dieser Epoche entstanden auf der Insel verschiedene Kirchen und Klauseorten. Verschiedene Historiker vertraten die Hypothese, im Hügel von S. Barbara, der ursprünglich Hermita genannt wurde, bestehe schon von der bizantinischen Epoche eine Eremiteneinsiedlung, die den östlichen an Santa Barbara di Nicodemia geweihten Kult beachte, die in Folge vom Schisma zwischen der griechischen und der lateinischen Kirche, Santa Barbara gebürtige der Stadt Cagliari und Gefährtin von Santa Restituta wurde. Die Geschichte der Kirche und die Legende über das Leben der heiligen Barbara sind besonders interessant, so sehr, daß sie es verdienen, in einer besonderen Seite behandelt zu werden. Bleibt man innerhalb des Gebietes von Poggio dei Pini, befindet sich nicht weit entfernt von der Einsiedlung das Tal von S. Girolamo, das zwischen den hohen, steilen Granitwänden vom gleichnamigen Fluß geöffnet wurde. Am Ende des Tales befindet sich die kleine Kirche von S. Girolamo, im XVII Jahrhundert erbaut und gegen Ende des XIX Jahrhundert restauriert. Auch in dieser Ortschaft wurden in den vergangenen Jahrhunderten Eremiten und Mönche untergebracht, die dem Orden des heiligen Hyeronimus gehörten, der aus Spanien stammte. Es ist bekannt, daß die Brüder vom heiligen Hyeronimus die Regel vom heiligen Augustinus annahmen, nachdem sie sehr früh das Eremitenleben verließen.


Die kleine Kirche von S. Girolamo, wie sie heute erscheint

Die Kirche wurde 1629 zum Kanonikat ernannt, bis dies am 15 August 1867 von einem Gesetz aufgehoben wurde. Die Kirche wurde schnell beschädigt und stürzte ein und die Trümmer wurden als Schafstall für die Schafe der Hirte der Gegend benutzt. Nur 1893 wurde sie von den Brüder Peppino und Faustino Cannas Boy di Cagliari, die Besitztümer in der Gegend hatten, neu erbaut. Das Fest vom heiligen Hyeronimus wird Ende september gefeiert.

(Übersetzung von Lucia Pannese)

Linea Poggio © 1997-1998 - Responsabile: Giorgio Plazzotta
I contenuti appartengono ai rispettivi autori - Tutti i diritti riservati
The contents belong to the respective authors -